Bodenplatte für die Rohbauerstellung

DSCI4255                                                                                      Ob ein Haus mit Keller oder ein Haus ohne Keller – um die Erstellung einer Bodenplatte kommt man nicht umhin.

Die Bodenplatte stellt im wesentlichen den Übergang zwischen dem Bauwerk und dem Boden dar und bewirkt folgende Punkte:
• das Gewicht des Bauwerks gleichmäßig an den Boden weiter zu geben
• das Bauwerk vor Eigenbewegungen des Erdreichs z.B. durch Hitze oder Kälte zu schützen
• um das Bauwerk vor Rissen (aufgrund oben genannter Bodenbewegungen) zu schützen

Desweiteren kommt es auf den richtigen Aufbau der Bodenplatte an. Dafür ist auch ausschlaggebend, welches Haus man baut – mit Keller oder ohne Keller oder ob man ein Energiesparhaus baut.

Wir widmen uns heute der Bodenplatte für ein Haus ohne Keller mit anschließendem Mauerwerk.

Eine Bodenplatte muss nach statischen Erfordernissen ausgeführt werden.
Sollte unter anderem ein Bodengutachten benötigt werden, müssen Kriterien des Gutachtens bei der Ausführung mit beachtet werden.
Ein Bodengutachten wird erforderlich: Bei schlechten oder nicht tragendem Baugrund (Wasser und Grundwasserverhältnisse).

Wir gehen heute aber vom Regelgrund aus, dass die Bodenverhältinisse normal tragfähig sind.

Nach den Bewehrungsplänen kann nun der nächste Schritt erfolgen, Auslegung von Abstandshaltern auf der PE Folie in Abständen von ca 50cm.
Somit kann schon die erste Lage der unteren Bewehrung verlegt werden.
(Bewehrung: Baustahlmatten, Betonstahl nach den Bewehrungsplänen des Statikers)
Nun muss nach VDE Vorschrift ein verzinktes Erdungsband umlaufend des gesamten Gebäudekörpers mit entsprechender Betondeckung auf der unteren Bewehrungslage verlegt werden.
Zudem ist noch zu Beachten: Durch diese energetische Bauweise komplett mit Wärmedämmung eingepackte Bodenplatte hat dieses Erdungsband noch nicht die richtige Funktion, die Sie eigentlich erfüllen sollte.
Man muss mit einem VA 4 Edelstahlerdungsband mit genügender Betonüberdeckung an den verzinkten Bandeisen und mit den vorgeschriebenen Befestigungsmaterial anschließen.
Das VA 4 Edelstahlerdungsband muss nach Angaben des Elektromeisters oder Elektroingenieur im Erdreich verlegt werden.
Damit ein optimaler Potientialausgleich (Erdung) gewährleistet ist.

Nach Abschluss dieser Arbeiten werden in ausreichenden Abständen die Abstandshalter für die obere Bewehrung auf der unteren Bewehrung verlegt und mit Bindedraht befestigt.
Nach Abschluss dieser Arbeiten wird die obere Bewehrungslage nach den Statikplänen verlegt und wieder mit Bindedraht an den Abstandshaltern befestigt.
Jetzt muss die obere Bewehrungslage noch mittels Laser oder Nivelliergerät auf genügend Betondeckung mindestens 3 cm kontrolliert werden.

Der benötigte Beton für das gießen der Bodenplatte muss mindestens ein bis zwei Tage im Betonwerk mit der entsprechenden Angabe der Betongüte und der erforderlichen Menge auf Abruf vorbestellt werden.
Es muss auch berücksichtigt werde ob man mit Betonpumpe oder mittels Baukran der Beton einbringt.

Es wäre auf alle Fälle ratsam bei der Güte des Betons auf Wasserundurchlässigen Betons zu tendieren das ist z.B. WU Beton 25/30
0/16mm Körnung.

Somit steht dem betonieren der Bodenplatte nichts mehr im Wege, der Beton wird eingebracht, verdichtet und Plan abgezogen.
Nach einer bestimmten Erhärtungszeit (je nach Witterungsverhältnissen, Jahreszeit) muss unbedingt eine Betonnachbehandlung stattfinden.
In der Regel kann nach einer Erhärtungszeit von 12-24 Std. beliebig weiter gebaut werden.

Gebäude ohne Keller „ Vorbereitung für die Bodenplatte“

Nach der Fertigstellung der Arbeiten an der Frostschürze wie betonieren und ausschalen können säntliche Grundleitungen wie Leehrrohre für die Hausanschlüsse zu den dazu vorgesehenen Stellen im Gebäude verlegt werden.
Desweiteren müssen sämtliche Abwasserleitungen (KG-Rohre) mittels Druckprobe auf Dichtigkeit mit Dichtigkeitsprotokoll  zur Vorlage für die zuständigen Behörden geprüft werden.

Bei ausführung mit Bögen (KG Rohre, Bögen) bei den Hausanschlüssen dürfen nur 15 Grad Winkel verwendet werden.
Nach Abnahme der Grundleitungen der zuständigen Behörde ( Abwasserzweckverband) können sämtliche Leitungen mit Sand zum Schutz vor Beschädigungen ummantelt werden.
Restlicher Höhenausgleich der Grundleitungen und Frostschürze wird mit geeigneten Hinterfüllmaterial wie z. B. Frostschutzkies aufgefüllt und mittels einer Rüttelplatte verdichtet.
Die Auffüllung geschieht auf vorgesehenem Höhenniveau, wenn dies erledigt ist,
werden die Fundamentgräben im Inneren des Gebäudes auf Ihre Höhenlage ausbetoniert.

Sollte aus statischen Gründen lt der berechneten Statik, Bewehrungsstahl (Baustahlmatten) vorgesehen sein, müssen diese vor dem ausbetonieren der Fundamente eingebaut werden.

Desweiteren muss auf dem verdichteten Unterbau eine Kapelarbrechende Kiesschicht mit mindestens 10-15cm stark eingebaut werden.

Erklärung: Kapelarbrechendbrechende Schicht = Wasserbrechende Schicht

Dann wird eine extra dafür zugelassene, nach DIN vollflächige Perimeterdämmung eingebracht.
Zur Beachtung: Diese muss eine hohe Druckfestigkeit wegen der kompletten Gebäudelast aufweisen, wird laut Statik berechnet und nachgewiesen!

Auf die verlegte Perimeterdämmung wird nun eine PE Folie vollflächig verlegt und die Stöße werden verklebt, so dass keine Betonschlämme in die Stöße der Perimeterdämmung eindringen kann.
Weiter geht es nun mit der Vorbereitung zum betonieren der Bodenplatte.
Die komplette Bewährung muss laut berechneter Statik auf Abstandshalter mindestens 4 cm hoch eingebaut werden.

Im Zuge der Bewährungsarbeiten muss umlaufend ein VA 4 Edelstahlerdungsband mit Anschlußfahne im Technikraum (Heizraum, Hausanschlüsse, Strom) verlegt werden.

Nach Abnahme der Bewährung durch den Statiker kann anschließend die Bodenplatte betoniert werden.

Das betonieren der Bodenplatte finden Sie im nächsten Blog Beitrag.

Baugrube ” Gebäude ohne Keller”

Wird das Gebäude nicht unterkellert, so muss eine frostsichere Gründung des Gebäudes sicher gestellt werden.
Dies erfolgt in Teilschritten:
a,
sorgfältige Planung für sämtliche Lehrrohre, die massgenau zu Ihrer Lage im Gebäude unter der Bodenplatte verlegt werden müssen, z.B. Hausanschlüsse wie Wasser, Strom, Gas, Erdwärme und die ganzen Grundleitungen mittels KG- Rohre für die Hausentwässerung.

Diese Ausführung erfolgt immer immer in Absprache mit den zuständigen Behörden und nach dem genehmigten Entwässerungsplan.
So wie im 1. Teil Baugrube schon beschrieben, mit den vorangegangenen Planungen und Ausführungsschritten z.B. Humus abtragen, Schnurgerüsteinmessung des Gebäudes und Fundamentaushub, Frostschürze usw. kann nun begonnen werden.

b,
Der Aushub der Frostschürze erfolgt mittels eines Baggers, Tiefe 1m – 1,20m.
Desweiteren müssen auch die Fundamentgräben im inneren des Gebäudes und sämtliche Grundleitungen und Hausanschlüsse ausgebaggert werden, siehe Bild.
Wenn die Aushubarbeiten soweit abgeschlossen sind, wird eine Sauberkeitsschicht aus Beton in die Gräben der Frostschürze eingebaut.

Nach der neuesten EnEv müssen die Fundamentgräben eingeschalt und komplett mit zugelassener Dämmung (Styrodur oder wertgleich oder besser) die den DIN Anforderungen entsprechen gedämmt werden und mit dem zugehörenden Befestigungsmaterials versehen werden.
Anschließend kann die Schalung inclusive Dämmung auf die angegebene Höhe ausbetoniert werden.
In die Frostschürze der Schalung müssen auch die dementsprechenden Aussparrungen für die Hausanschlüsse und Entwässerung vorgesehen werden.

Als nächstes Erfahren Sie in unseren News mehr über die Ausführung der Bodenplatte.

Hat Ihnen dieser Artikel geholfen?

Planung und Spatenstich Ihres Eigenheims

Nach der Planerstellung, was in der Regel die meiste Zeit durch einen Architekten ausgeführt wird mit sämtlichen Berechnungen z.B. neueste EnEV Berechnung, Brandschutz, Schallschutz, statische Berechnung und eventuelle erforderliche Bodengutachten.
Werden die kompletten Bauplanunterlagen bei der zuständigen Behörde eingereicht und nach Genehmigung der Planunterlagen wird ein Bauunternehmen zum Bau des Eigenheimes beauftragt.

Dieser wird sich nun das Baugrundstück ansehen und dann die nächsten erforderlichen Schritte unternehmen.
Das ist in der Regel die Überprüfung ob sich auf dem Grundstück irgendwelche Strom, Wasser oder Telefonleitungen befinden.
Das Freimachen des vorgesehen Baugrundstücks durch Altlastenist Sache des Bauherrn.
Danach folgt die Planung des Baugrubenaushubs.
Dazu wird das zu bauende Gebäude erst einmal laut Planunterlagen von einem zugelassenen Vermessungsingenieurbüro mit den technischen dazu vorgesehenen Vermessungsinstrumenten z.B. Theotolit auf Lage und Höhe Millimeter genau eingemessen.
Das Messergebnis muss bei der zuständigen Baubehörde durch das Ingenieurbüro eingereicht werden.
Nach Überprüfung der Messergebnisse kann dann erst der ausgewählte Bauunternehmer beginnen.
Anschließend werden vom Bauunternehmer die technisch dafür vorgesehenen Baumaschinen zur Baustelle transportiert und es kann mit dem Aushub begonnen werden.
Die Tiefe des Baugrubenaushubs wurde vom Vermessungsingenieurbüro nach den Bauplanunterlagen festgelegt.
Wenn genügend Platz auf dem Baugrundstück ist, wird der Humus vorsichtig abgetragen und seitlich in Mieten (max. 2m hoch) gelagert, zur späteren Wiederverwendung z.B. für die Außenanlagen.
Es wird so viel Erdreich wie für die Hinterfüllung des Arbeitsraumes benötigt wird seitlich gelagert.
Das restliche Erdreich wird mit Lastwagen abtransportiert und sachgerecht in Deponien kostenpflichtig entsorgt.

Handelt es sich um ein Hanggrundstück, so muss auch eine eventuelle Hangsicherung berücksichtigt werden um einen Abrutsch des Erdreichs oder um eine Gefährdung eventueller Nachbargebäude auszuschließen.

Zur Sicherung von Baugruben gibt es mehrere Möglichkeiten:
• Anlegen von Böschungen
• Verbau von Spundwänden
• oder durch Spritzbeton
• Bodenverfestigungen

Für die richtige Wahl des Verbau’s sind gründliche Vorbereitungen zu treffen, es wird dafür ein Statiker beauftragt.

Nach dem Aushub wird durch den Bauunternehmer das Schnurgerüst erstellt und das Vermessungsingenieurbüro muss dann die Eckpunkte ausmessen.

Fazit: Vor dem ersten Spatenstich ist eine Menge zu erledigen…